Viel zu verdauen

Manchmal gibt es Tage, oder auch Wochen, die man nicht so leicht verdaut. Die letzte Woche hat mich vermutlich sehr viele graue Haare und noch mehr Nerven gekostet. Ich glaube nicht, dass ich alles in einem Beitrag schreiben kann, aber ich fange einfach mal an…

Montag. Der Tag, auf den ich mich das ganze Wochenende freute, weil meine Große wieder bei uns war. Ich überlegte den ganzen Vormittag, was ich mit beiden Kindern unternehmen könnte, denn das Wetter war nicht wirklich gut, aber auch nicht super schlecht und ich hatte das Bedürfnis, vor die Tür zu gehen und einen richtig schönen Nachmittag zu haben.
Ich holte das Delfinmädchen also von der Schule ab, wir packten zu Hause schnell ein wenig Verpflegung und Wechselkleidung ein und fuhren zum Kindergarten, um anschließend endlich mal wieder auf den Spielplatz zu fahren.

Die Mädchen spielten toll, bauten zusammen Sandburgen und hatten wirklich Spaß. Bis, ja… bis, die kleine Qualle auf die Plattform vor dem Holzspielhaus kletterte (siehe Foto), sich dort hinsetzte und dann wie ein Taucher auf der anderen Seite rückwärts runter fiel. Ich stand direkt an der Treppe, jedoch war mein Arm einfach zu kurz, um das Mädchen noch packen zu können.

Die kleine Qualle fing zum Glück sofort an zu weinen. Entgegen des ersten Gedanken, ist dies ja ein gutes Zeichen. Es zeigt zumindest, dass das Kind nicht bewusstlos ist und auch, dass es Luft bekommt. Ich lief zu ihr, hob sie vorsichtig auf und tröstete sie. Es dauerte natürlich eine Zeit, bis das kleine Bündel, mit Sand im Mund und der Nase, sich wirklich beruhigt hatte. Sie weinte lange und verneinte trinken und essen, sagte, dass sie ins Auto und nach Hause wolle. Okay… verstand ich auch. Ich rief das Delfinmädchen und erklärte ihr alles. Sie hatte das nicht so sehr mitbekommen, da sie auf der Schaukel, am anderen Ende des Spielplatzes war. Sie fand es zwar blöd, schon nach Hause zu müssen, konnte die Meinung ihrer Schwester aber gut nachvollziehen. Zum Auto ist die Kleine dann auch schon wieder selbst gelaufen. Sie lief geradeaus und machte auf mich nicht den Eindruck, als hätte ihr zartes Köpfchen was abbekommen. Ich hatte auch in ihre Augen geguckt, ob die Pupillen gleich weit geöffnet waren und parallel standen. Dies war der Fall. Ich glaube, wenn Sie im Auto nicht „Aua Topf!“ („Aua Kopf“) gesagt hätte, wäre ich gar nicht in die Klinik gefahren. Jedoch veranlasste mich dieser kurze Satz meiner Tochter dann doch dazu, rechts, statt wie üblich links, abzubiegen.

In der Klinik kamen wir sofort dran. Der nette Arzt fragte mich, was passiert sei. Ich erklärte ihm den Sturz und dass ich es nicht ausschließen kann, dass sie auf den Kopf gefallen sein könnte. Er untersuchte sie (unter riesigem Protest) komplett von oben bis unten, kontrollierte die Beweglichkeit der Arme und Beine, ihren Kopf und auch den Bauch. Die Kleine regte sich so sehr auf, dass sie schließlich einen Hustenanfall bekam und mir erst Mal die Hose voll kotzte. Danke dafür. Der Arzt lachte und meinte, dass das aber nichts mit dem Sturz zu tun habe sondern aus der Wut heraus passiert war. Ich konnte ihm da nur zustimmen…
Er empfahl uns zwar, eine Nacht dort zu bleiben, weil sie ja aus über einem Meter höhe gestürzt war. Ich lehnte allerdings dankend ab und versprach, wiederzukommen, sobald mir etwas komisch vorkommt.

Zu Hause hatte sie Hunger wie keine Zweite und alberte noch 2 Stunden mit ihrer großen Schwester in der Wohnung rum. Eigentlich wollte ich sie mit in unser Bett nehmen, da ich sie dort besser beobachten konnte und der Papa eh nicht da war, weil er arbeiten musste. Jedoch wollte das kleine, sture Mädchen unbedingt mit ihrer Schwester zusammen schlafen. Also ließ ich sie und guckte bis ca Mitternacht etwa jede Stunde nach ihr. Ob sie ruhig schläft und ob sie erweckbar wäre. Ein sehr tiefer Schlaf könnte ein Zeichen für eine Hirnblutung sein. Davor habe ich natürlich wahnsinnig Angst gehabt. Ich streichelte sie und sie reagierte immer sofort darauf. Das gab mir ein gutes Gefühl und ich konnte irgendwann dann auch schlafen. Nachts wurde sie dann noch mal wach und konnte nicht wieder einschlafen. Da habe ich sie dann doch zu mir geholt.

Alles in allem ist also zum Glück nichts schlimmes passiert. Glück im Unglück und einen groooßen Schutzengel hatten wir da.

Über Nina

Nina. Mama von dem Delfinmädchen (*2010) und der kleinen Qualle (*2016), Ehefrau, Teilzeit-Bürostuhlakrobatin. Schreibt über ihren Alltag, über Dinge, die sie beschäftigen und die sie tut.
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