Herzensangelegenheit #2

„Was führt Sie zu mir?“ fragte mich der Arzt der Herzklinik. Ich erklärte ihm, was da ständig in meinem Körper passiert und, dass es inzwischen ein für mich nicht mehr erträgliches Ausmaß angenommen hat. „Diese Attacken werden immer häufiger und halten länger an.“ entgegnete ich ihm. Er nickte, erklärte mir, dass der Fall für ihn sehr klar sei und dass ich ihm ein sehr typisches Bild einer AV-Knoten-Tachykardie schilderte. Er zeichnete mir schematisch ein Herz auf, erklärte mir ruhig und verständlich, was da bei dem Eingriff gemacht wird, wenn ich mich dafür entscheiden würde. Wir sprachen sicherlich 20 Minuten, oder vielleicht auch etwas länger, über das, was da aktuell passiert, Risiken, meine Ängste bei dem Eingriff, Erfolgschancen. Alles klang nicht mehr so schlimm, wie ich es vorher befürchtet hatte. Die Erfolgschancen liegen bei 95%. Erfolg bedeutet dabei, dass ich nach dem Eingriff nicht eine dieser Attacken mehr, in meinem ganzen Leben, bekommen werde. Das wünsche ich mir sehr. Einzig die Tatsache, dass nur die Leiste lokal betäubt wird und ich, wenn ich es irgendwie aushalten kann, nicht mal Beruhigungsmittel bekommen werde, löst in mir Unbehagen aus. Denn der Eingriff wird etwa 1,5 bis 2 Stunden dauern. Wenn die Ärzte die fehlerhafte Stelle sofort finden. Sonst eben auch gern mal länger. Ich hoffe, ich darf wenigstens Musik dabei hören… Das habe ich vergessen zu fragen.
Am 9. April ist es dann soweit. Ich werde mit gepacktem Täschchen um 8 Uhr auf deren Matte stehen. Ich hoffe, dass ich dann nicht noch so lang warten muss, bis der Eingriff durchgeführt werden kann. 2 Nächte muss ich dann, nach dem Eingriff, noch in der Klinik bleiben – zur Beobachtung. Das wird schrecklich für mich werden. Ohnehin hasse ich Krankenhäuser… Und ich werde meine Kinder und meinen Mann fürchterlich vermissen. Noch viel schlimmer wird es aber sein, dass ich nach dem Eingriff einen Druckverband an den Leisten bekommen werde und deswegen dann mindestens 8 Stunden auf dem Rücken liegen muss. Mit meiner fehlerhaften Wirbelsäule nicht die leichteste Übung. Das werde ich sicherlich nicht ganz ohne Schmerzen im Rücken überstehen können.
Und trotz aller Bedenken und Ängste, die ich habe, freue ich mich total darauf, dass endlich final was passiert, mit meinem langen Weg dieser „Herzensangelegenheit“ und vor allem darauf, dass ich danach endlich Ruhe damit habe und ein Stück mehr Lebensqualität in mein Leben zurück kehren kann.

Über Nina

Nina. Mama von dem Delfinmädchen (*2010) und der kleinen Qualle (*2016), Ehefrau, Teilzeit-Bürostuhlakrobatin. Schreibt über ihren Alltag, über Dinge, die sie beschäftigen und die sie tut.
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