Neues Jahr, neue Abenteuer

…Ich weiß gar nicht wirklich, wo ich anfangen soll.

Eigentlich habe ich sooo viel zu erzählen. Denn dieser Jahreswechsel war für mich und meine Familie ein Start in ein ganz anderes (Familien-)Leben.

Die wohl größte Veränderung für uns ist der Umzug des Delfinmädchens. Seit ihr Vater und ich uns vor knapp 4 Jahren trennten, kommt in ihr sehr häufig der Wunsch hoch, bei ihrem Vater leben zu wollen. Schon als Baby war sie ein absolutes Papa-Kind (so wie ich im übrigen auch…) und mir war von Anfang an klar, dass dieser Tag wohl irgendwann kommen wird.
Mein Mamaherz hatte es da jetzt über Monate sehr schwer… Das kannst Du dir sicher vorstellen. Es ist grausam, das eigene Kind gehen lassen zu müssen.
Im vergangenen August habe ich, zusammen mit meinem Mann und dem Vater des Delfinmädchens beschlossen, dass es wohl einfach für die Zukunft das Beste für sie wäre, wenn wir versuchen, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Daran, dass sie ihn quasi seit 4 Jahren immer wieder äußert, wussten wir auch alle, dass das nicht nur so eine Phase oder irgendwas daher gesagtes ist – wie das ja schon mal häufiger bei Kindern in dem Alter vorkommt, sondern wirklich ein tief sitzender Wunsch ist.

Nun ja. Nach viel Überlegung und Gesprächen mit ihrem Vater und seinem Arbeitgeber bzgl. der damit verbundenen Änderungen seiner Arbeitszeiten, wurde immer klarer, dass mein Mädchen ab diesem Jahr nicht mehr offiziell bei uns wohnen wird, sondern uns regelmäßig besuchen kommt und mehr Zeit bei ihrem Vater verbringt. Es schmerzt, keine Frage.. Aber ich bin davon überzeugt, dass ich damit das richtige entschieden habe. Für mein Kind. Nicht unbedingt für mich.

Ich finde immer, dass viel zu wenig getrennte Eltern für die Kinder denken und handeln. Und ich habe mir bei der Trennung damals geschworen, dass ich alles dafür tun werde, damit meine Tochter glücklich ist und zufrieden aufwachsen kann. Und wenn das nun mal bedeutet, dass das kleine Papa-Mädchen bei ihrem Vater lebt und ich diejenige bin, die von ihr besucht wird, dann ist es verdammt noch mal meine Pflicht als Mutter, ihr das zu ermöglichen. Egal, wie schwer mir das fällt.

Ich hoffe, dass wir uns alle schnell an die neue Situation gewöhnen und auf Dauer damit alle glücklich sein können. Bisher ist die Lage sehr positiv und entspannt. Das gemeinsame Wochenende, welches wir gerade hatten, war wirklich toll. Wir haben uns weniger gestritten, als es zuvor der Fall war und haben wohl alle gemerkt, dass wir die wenige Zeit die wir gemeinsam haben, auch genießen wollen und können. Ich hoffe, dass sich das weiter so positiv entwickelt.

Über Nina

Nina. Mama von dem Delfinmädchen (*2010) und der kleinen Qualle (*2016), Ehefrau, Teilzeit-Bürostuhlakrobatin. Schreibt über ihren Alltag, über Dinge, die sie beschäftigen und die sie tut.
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2 Kommentare

  1. Hallo Nina,
    sehr einschneidendes Erlebnis, dass du da schilderst.
    Die Situation bei uns ist ähnlich. Kind1 (50% bei mir) hat schon des öfteren geäußert, dass er gerne bei uns bleiben würde. Seine Mutter hält allerdings krampfhaft daran fest, dass der kleine bei ihr wohnt.

    Da ich jetzt keinen Streit vom Zaun brechen möchte, denn den würde es unweigerlich geben, sollte ich mich für meinen Sohn einsetzen, lasse ich es so wie es ist. Er wird sich irgendwann hinstellen und den Wunsch laut auch vor meiner Ex-Frau äußern und dann wird sie, hoffentlich zum Wohle des Kindes, zustimmen.

    Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Aber für die Kinder tut man ja alles.

    • Das ist aber auch ein ganz schwieriges Thema. Ich glaube, von sich aus hätte mein Exmann das Thema auch nicht angesprochen. Aus Angst, dadurch einen Streit zu entfachen, unter dem das Kind dann leiden würde. Ich glaube er war dann halt ziemlich froh, dass die Initiative von mir aus ging.
      Aber, nach meinen Erfahrungen, bin ich da auch eine der wenigen Mütter, die so „pro Kind“ denken. das klingt jetzt total eingebildet, aber viele Mütter in meinem Bekanntenkreis haben für diese, meine Entscheidung wenig bis gar kein Verständnis und denken noch total konservativ, von wegen „Das Kind gehört zur Mutter“.
      Ich finde halt, dass man das nicht so sagen kann. Es kommt immer total auf das Kind an. Und die sind, zum Glück, ja sehr verschieden.

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