Eine kurze Geschichte aus meiner Jugend ;)

Eben dachte ich über meinen ersten Besuch unserer Hauptstadt nach und bekam gleich einen riesigen Lachanfall. Damals war ich 12 Jahre alt und wir besuchten in den Osterferien meine Großtante, die in Kreuzberg wohnte. Klein-Nina war bisher noch nie in einer solch großen Stadt und hatte schon beim gefühlt stundenlangen Durchfahren der Metropole einen Kulturschock.

Meine Großtante wohnte direkt an der Spree, in einem schnuckeligen, sehr alten und kleinen Mehrfamilienhaus. Schon von außen fand ich das Gebäude wirklich hübsch.
Mein Vater bekam auch gleich einen Parkplatz direkt vor der Tür und bevor wir alle ausstiegen, äußerte ich meine Bedenken, dass in einer solch großen Stadt bestimmt viel geklaut würde. Mama versuchte das ganze runterzuspielen und erklärte mir, dass hier prozentual zur Einwohnerzahl sicher auch nicht mehr geklaut wird, als in unserer Kleinstadt. ‚Okay‘, dachte ich und stieg aus. Etwa 3 Schritte machten wir vom Auto weg, als uns ein sehr aufgeregter Mann entgegen kam, der offensichtlich verzweifelt nach etwas suchte. Er sprach uns dann auch an.

Tschuldigung?! Kennen Sie sich hier aus und können mir sagen, wo ich die nächste Polizeiwache finde?! Mein Fahrrad ist geklaut worden“.

Naja… Irgendwie passend zu meinen Bedenken, die ich nur wenige Augenblicke vorher geäußert hatte. Mama und ich guckten uns an und fingen erst einmal herzhaft an zu lachen. Fand der Herr sicher nicht so witzig, war uns aber auch egal, es passte einfach, wie die Faust aufs Auge.

Wir verbrachten in diesem kleinen Urlaub aber insgesamt sehr sehr schöne Tage bei meiner Großtante. Sie war für mich sehr faszinierend, mit ihrer Art. Aufgewachsen in den 50er und 60er Jahren hatte sie in ihrem Leben einiges erlebt, was sie geprägt hat. Irgendwann war sie von einem kleinen Dorf in Westdeutschland in unsere jetzige Hauptstadt gegangen, ist zum Buddhismus konvertiert, war irgendwie ein wenig esoterisch, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise und hat uns immer viele spannende Geschichten von ihren Reisen und ihrem Leben erzählt. Eine wahnsinnig inspirierende Frau, mit der ich gerne in meinem Leben noch viel mehr Tage erlebt hätte. Leider lebt sie inzwischen nicht mehr.

Ach Tantchen… Ich vermisse dich!

Über Nina

Nina. Mama von dem Delfinmädchen (*2010) und der kleinen Qualle (*2016), Ehefrau, Teilzeit-Bürostuhlakrobatin. Schreibt über ihren Alltag, über Dinge, die sie beschäftigen und die sie tut.
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3 Kommentare

  1. LOL
    Geschichten die das Leben schreibt … Manchmal ist es wirklich putzig …

  2. Dem Grünen-Chef wurde vor ein paar Tagen das gleiche Schicksal zuteil: Aus dem Hausflur wurde sein zweifach abgeschlossenes grünes E-Bike geklaut. Hat die Sondierungsgespräche anscheinend nicht wesentlich verzögert.

  3. Ich erinnere mich immer wieder mit einem Schmunzeln an die Weihnachtspakete mit etwas ungewöhnlichem Inhalt, die sie an ihren Bruder geschickt hat. Ein bunter Strauß an verschiedenen Flohmarktkleinigkeiten, mit denen eigentlich keiner so richtig was anfangen konnte…

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